Die Soziologie Pierre Bourdieus ist für ihre aufmerksame Hinwendung zu vermeintlich unscheinbaren Alltagsroutinen bekannt geworden. Das Essen am Mittagstisch und alles was eine Lebensführung ausmacht, kann im Zusammenhang mit verborgenen Mechanismen der Macht - mit Bildungsungleichheiten, Milieu, Klasse, Generation oder Geschlecht - untersucht werden: Man lebt und isst demnach, so wie man es im Rahmen einer Generation, eines Milieus oder einer Klasse gelernt hat. Doch wie vollziehen sich solche Lernprozesse? Für die Soziale Arbeit ist die Frage nach solchen Lernprozessen ebenso relevant, wie die Vorstellung, dass lebenspraktische Krisen überwunden werden können.