Die bewegte Geschichte intersektionaler Theorien und ihre aktuelle Bedeutung für soziologische Forschung // The political history of intersectional theories and their relevance to current sociological research      

Intersektionalität bezeichnet die Wechselwirkung von verschiedenen Herrschafts- und Ungleichheitsverhältnissen. Mittlerweile ist Intersektionalität zu einem wichtigen Paradigma der Geschlechterforschung geworden, findet zunehmend Eingang in die Ungleichheitsforschung und auch in die Soziale Arbeit. Intersektionale Theorien entspringen nicht zuletzt den gesellschaftlichen Analysen politischer Bewegungen. Ein wichtiger Ursprung intersektionalen Denkens sind dabei antirassistisch-feministische Debatten um soziale Differenzen zwischen Frauen*.

Das Seminar führt anhand ausgewählter Texte in diese Theoriegeschichte ein. Dabei werden zum einen grundlegende Verständnisse der Funktionsweisen von Herrschaftsverhältnissen, wie Heteronormativismen (Geschlechterverhältnisse, Sexismen, sexuelle Orientierungen), Rassismen, Bodyismen (Körperliche Verfasstheiten) und Klassismen (Soziale Herkunft) vermittelt. Zum anderen werden auch theoretische Kenntnisse der Verwobenheit von Diskriminierungs- und Ungleichheitsverhältnissen erarbeitet. Es geht auch um die produktiven Möglichkeiten des Transfers intersektionaler Ansätze in soziologische Analysen. Debatten und Ansätze zu Intersektionalität in der sozialen Ungleichheitsforschung stehen hierbei im Mittelpunkt.